Fragen rund um das Thema Schwangerschaftsmassage

Kann eine Massage Wehen auslösen?

Eines vorweg: Es gibt keinen einzigen dokumentierten Fall, in dem eine Massage eine vorzeitige Geburt ausgelöst hat.


Eine Fehlgeburt ist  ein spontaner Verlust der Schwangerschaft, bevor der Fetus lebensfähig ist. Ca. 90% der Fehlgeburten passieren während der ersten 8 Wochen. Bei ca. 50% liegt die Ursache in einer chromosomalen Fehlbildung. Andere Ursachen sind unter anderem embryonale Fehlentwicklungen bzw. mütterliche Faktoren (z.B. Erkrankungen der Gebärmutter, Infektionen, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen, hormonelle Dysbalancen, immunologische Reaktionen, Alter).


All das hat NICHTS mit Massage zu tun. Eine Massage müsste extrem intensiv im Bereich des Bauches durchgeführt werden, um die Gebärmutter mit der Plazenta in ihrer Lage so stark zu beeinflussen, dass es die Schwangerschaft negativ beeinflussen könnte.  Solche Techniken werden an schwangeren Frauen selbstverständlich NIE angewendet.


Es gibt eine Reihe von Anzeichen, dass in der Schwangerschaft Probleme auftreten können. Dies sind zum Beispiel Blutungen oder akute Entzündungen bei der Mutter. In einem solchen Fall darf keine Massage stattfinden. Diese möglichen Anzeichen werden zu ihrer Sicherheit vor der Massage abgeklärt.

 

Quellenangabe: Elaine Stillerman – PRENATAL MASSAGE, A Textbook of Pregnancy, Labor and Postpartum Bodywork

 

 

Gibt es einzelne Punkte oder Regionen, die bei einer Massage ausgespart werden müssen?

Zum einen gibt es in der Fußreflexzonenmassage Regionen, welche die Gebärmutter beeinflussen zum anderen werden in der traditionell chinesischen Medizin einige Akupunkturpunkte beschrieben, welche während der Schwangerschaft kontraindiziert sind, weil sie einen stimulierenden Einfluss auf die Beckenorgane der Frau haben.


Wichtig zu erwähnen ist, dass eine gesunde Schwangerschaft nicht mit ein bisschen Druck auf einen bestimmten Punkt zu beeinträchtigen ist. Dennoch werden solche Punkte bei einer Schwangerschaftsmassage selbstverständlich vermieden.

 

Ist eine Massage in den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft möglich?

 

Natürlich ist eine Massage in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft möglich!

 

Der Grund, dass in vielen Institutionen Massagen für Schwangere frühestens ab der 13. Woche (oft noch später) angeboten werden ist, dass niemand mit einer Fehlgeburt in Verbindung gebracht werden möchte. Wie oben beschrieben, geschehen die meisten Aborte in den ersten Wochen der Schwangerschaft.  Vor jeder Massage sprechen wir über Ihr Befinden und schließen mögliche Anzeichen, dass in der Schwangerschaft Probleme auftreten könnten, aus.


Die Gebärmutter sitzt in den ersten 3 Monaten tief unten im Becken und ist mit einer herkömmlichen Massage ohnehin nicht zu erreichen. Auch gibt es Ängste, dass bei einer Massage zu viele Stoffwechselendprodukte freigesetzt werden. Tatsächlich stimuliert eine Massage den Kreislauf und hilft dem Körper, diese Metabolite auszuscheiden. Dessen sind wir uns jedoch bewusst und arbeiten gezielt im ersten Trimester nicht sehr intensiv und stimulierend, vor allem, wenn die Frau das erste Mal zur Massage kommt. Wenn Sie Zweifel haben, bitten wir Sie, Ihre Gynäkologin zu Rate zu ziehen.


Ein weiterer Grund, der gegen eine Massage im ersten Trimester genannt wird, ist die auftretende Übelkeit. Häufig wird beschrieben, dass eine Massage die Übelkeit verstärken könnte. Tatsächlich ist es so, dass bei weitem nicht alle Frauen unter Übelkeit leiden. Und es gibt Studien, welche belegen, dass eine Massage Übelkeit reduzieren kann. Am besten ausprobieren!

 

 

Quellenangabe: Leslie Stager – Nurturing Massage for Pregnancy: A Practical Guide to Bodywork fort he Perinatal Cycle

 

 

Muss ich bei einer Risikoschwangerschaft auf eine Massage verzichten?

Zu einer Risikoschwangeren zählen mittlerweile selbst Frauen über 35 Jahre. Es gibt unzählige Kriterien – viele von ihnen schließen eine Massage nicht aus. Es ist im Einzelfall abzuklären, ob eine Massage möglich und sinnvoll ist. Im Erstgespräch kläre ich mögliche Risiken ab. Im Zweifel ziehen sie bitte Ihre Gynäkologin zu Rate.

 

Sämtlich oben genannte Angaben haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine gesundheitliche Beratung dar! Bei Beschwerden muss von Seiten der schwangeren Frau immer unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt werden.